BAG-S Bundestagung 2017

Veranstaltungsort der Tagung ist Bonn


Resozialisierungsanspruch und Wiedereingliederungspraxis
Was hat die Föderalismusreform straffällig gewordenen Menschen gebracht?

Als vor vier Jahrzehnten das Strafvollzugsgesetz des Bundes in Kraft trat, kam dies einem Paradigmenwechsel im Umgang mit Straftätern gleich. Nicht mehr die Vergeltung der Straftat stand im Mittelpunkt der Freiheitsstrafe, sondern die Bemühungen des Strafvollzugs um gesellschaftliche Wiedereingliederung des straffällig gewordenen Menschen. Der Resozialisierungsauftrag sollte mit Hilfe dreier handlungsleitender Prinzipien – dem Angleichungs-, Gegensteuerungs- sowie dem Integrations- und Eingliederungsgrundsatz – Wirklichkeit werden.

Nachdem im Jahr 2006 der Strafvollzug in die Zuständigkeit der Länder überging, befürchteten viele Fachleute der Straffälligenhilfe, dass die Dezentralisierung der Gesetzgebungskompetenz die Reformansätze des Bundesstrafvollzugsgesetzes wieder zunichtemachen könnte. Vom drohenden Wettlauf der Schäbigkeit war die Rede, von ungleich verteilten Resozialisierungschancen, die von der jeweiligen Finanzkraft des einzelnen Bundeslandes abhängig werden würden. Zahlreiche Wohlfahrtsverbände, Fachorganisationen, Juristen und Kriminologen und auch die BAG-S warnten damals vor den Folgen der Kompetenzverlagerung des Strafvollzugs und der Strafvollzugsgesetzgebung auf die Bundesländer.

Gut zehn Jahre nach dieser umstrittenen Weichenstellung wollen wir gemeinsam mit Ihnen Inventur machen.

Welchen Einfluss hatte die Reform auf die Entwicklung des Strafvollzugs und der Straffälligenhilfe tatsächlich?
Welche Verschlechterungen sind eingetreten?

Aber auch:

Welche positiven Entwicklungen wurden durch die Kompetenzverlagerung angestoßen?
Welche Auswirkungen hat die Föderalismusreform auf die Lebenslagen und Resozialisierungschancen der straffällig gewordenen Menschen, die Fachlichkeit der Sozialarbeiter und die Zusammenarbeit zwischen Justizvollzug und Gemeinwesen?

Nicht zuletzt soll die Veranstaltung helfen, Perspektiven zur Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Reaktionen auf Straffälligkeit aufzuzeigen: Würden Resozialisierungsgesetze für die ambulanten Hilfen in den Ländern die Wiedereingliederungschancen flächendeckend und substanziell verbessern oder muss mittelfristig die Institution Gefängnis gänzlich überwunden werden?
In verschiedenen Foren besteht darüber hinaus Gelegenheit, über neue Entwicklungen in den Arbeitsfeldern Wohnen, Opferhilfe, straffällige Frauen und mitbetroffene Kinder ins Gespräch zu kommen.

Wichtige Information:
Eine Teilnahme mit Übernachtung ist leider nicht mehr möglich. Unser Kontingent an Übernachtungen ist ausgebucht.

Für eine Teilnahme ohne Übernachtung können Sie sich gerne noch anmelden.

Nutzen Sie die Hotelangebote oder Privatzimmervermittlungsangebote (z.B. airbnb) in Bonn, wenn Sie eine Unterkunft benötigen oder fragen direkt im Tagungshaus, ob noch ein Zimmer frei ist.

Jetzt anmelden

 

Programm   

(Stand 07.03.2017)

Dienstag, 21.März 2017


Ab 11:30 Uhr Anmeldung, Mittagsimbiss

13:00 Begrüßung: Rolf Keicher (Vorsitzender BAG-S) und Dr. Klaus Roggenthin (Geschäftsführer BAG-S)

13:30 Grußwort: Prof. Dr. Michael Kubink (Justizvollzugsbeauftragter NRW)

14:00 Streitgespräch zur Föderalismusreform

Moderation: Prof. Dr. Michael Lindenberg, Evang. Hochschule Rauhes Haus, Hamburg 

Diskutanten:

Prof. Dr. Bernd Maelicke, u.a. Gründungsdirektor des Deutschen Instituts für Sozialwirtschaft (DISW) und Honorarprofessor an der Leuphana Universität Lüneburg.

Horst Krä, Ltd. Ministerialrat, Stellvertretender Leiter der Abteilung für Justizvollzug im Bayer. Staatsministerium der Justiz

15:45 Kaffeepause

16:45 Parallele Foren:

Forum 1: „Raus aus der Haft – rein in die Wohnung? Ein Wohnraumvermittlungsprojekt aus Hamburg stellt sich vor.“ Maren Michels, Hamburger Fürsorgeverein

Forum 2: Psychosoziale Prozessbegleitung – ein neuer sozialer Dienst im Opferschutz: Prof. Dr. Klaus Riekenbrauk, Hochschule Düsseldorf und Vorsitzender der Brücke Köln e.V.

19.00 Abendbuffett

20:30 Get together mit dem Bonner Improtheater (www.les-bonmots.de)

 

Mittwoch, 22.März 2017


9:00 Einführung in den 2. Veranstaltungstag

9:15 Parallele Foren:

Forum 1: Freiheitsstrafe auf dem Prüfstand: Dr. Thomas Galli, Autor und ehemaliger Leiter der JVA Zeithain

Forum 2: Plattform zur Familienorientierung in der Straffälligenhilfe
Input: Björn Süß, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Verbands für soziale Strafrechtspflege; Straffälligen- und Opferhilfe e.V.

Forum 3: Auswirkungen der Föderalismusreform auf die frauenspezifische Straffälligenhilfe
Input: Mitglieder des BAG-S Fachausschusses "Straffällig gewordene Frauen": Almuth Kummerow (Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen - AWO Frankfurt) und Christina Müller (Fachreferentin für Arbeitsmarkt und Straffälligenhilfe Arbeiterwohlfahrt Landesverband Berlin e.V.

 

 

10:45 Podiumsgespräch: Brauchen wir Resozialisierungsgesetze in den Ländern?

Moderation: Lydia Halbhuber-Gassner, Fachreferentin beim SkF Landesverband Bayern e. V. und  Vorsitzende der Katholischen Bundes-Arbeitsgemeinschaft Straffälligenhilfe KAGS

Teilnehmer:

Prof. Dr. Heinz Cornel, Hochschullehrer an der Alice-Salomon Hochschule Berlin, Mitherausgeber des Diskussionsentwurfs zum Landesresozialisierungsgesetz

Sonja Schmidt,  Bewährungshelferin, Kompetenzzentrum der Justiz für ambulante Resozialisierung und Opferhilfe Saarland und Vorsitzende des Verbandes der Bewährungshelfer

Franz Scheuerer, Beschäftigung + Bildung e.V., Hamburg

Oliver Kaiser, Der Paritätische Baden-Württemberg

Wolfgang Wirth, Leiter des Kriminologischen Dienstes NRW

12:30 Zusammenfassung und Fazit der Veranstaltung

13:00 Ende der Tagung / Abreise

Tagungsort

GSI Gustav Stresemann Institut e.V.
Langer Grabenweg 68
53175 Bonn
Anfahrt: www.gsi-bonn.de 

Anmeldung

Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

Die Kosten für die Tagung betragen 218 € pauschal mit Übernachtung im Einzelzimmer und Verpflegung. Die Tagungsteilnehmer*innen übernachten im GSI in Bonn.
Für Teilnehmer*innen ohne Übernachtung betragen die Kosten 145 Euro (inkl. Verpflegung).

In der Teilnahmegebühr sind die Tagungsunterlagen und die Dokumentation enthalten.

Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund des pauschalierten Tagungsgebühr keine Erstattungen erfolgen können, wenn einzelne Leistungen nicht in Anspruch genommen werden.

Rücktritt

Ein Rücktritt bedarf der Schriftform. Geht die Absage nach dem 22.01.2017 ein, müssen wir Ihnen die Ausfallkosten für Unterkunft, Verpflegung und Tagungsgebühr berechnen.

Wichtige Information:
Eine Teilnahme mit Übernachtung ist leider nicht mehr möglich. Unser Kontingent an Übernachtungen ist ausgebucht.

Für eine Teilnahme ohne Übernachtung können Sie sich gerne noch anmelden.

Nutzen Sie die Hotelangebote oder Privatzimmervermittlungsangebote (z.B. airbnb) in Bonn, wenn Sie eine Unterkunft benötigen oder fragen direkt im Tagungshaus, ob noch ein Zimmer frei ist.



Jetzt anmelden