Lesestoff nicht nur für lange Wintertage

Zum Ende des Jahres erscheint unsere dritte Ausgabe des Informationsdienstes Straffälligenhilfe. Darin werden wir uns schwerpunktmäßig der Straffälligkeit junger Menschen widmen. Bei unserer Recherche sind uns auch einige interessante Neuerscheinungen aufgefallen, auf die wir nachfolgend hinweisen möchten.

Im Beltz-Verlag ist das „Handbuch Jugendstrafvollzug" von Marcel Schweder erschienen, das einen umfassenden Einblick in verschiedenste Themengebiete des Jugendstrafvollzugs bietet. Es werden die Statuspassagen vor, während und nach der Haft sowie die verbindenden Übergänge aus erziehungswissenschaftlicher, sozialpädagogischer, kriminologischer und juristischer Sicht kritisch reflektiert. Darüber hinaus werden Projekte innerhalb und außerhalb des Jugendstrafvollzugs vorgestellt.

Der Sammelband Soziale Arbeit im Jugendarrest - Zwischen Erziehung und Strafe“ (Björn Redmann und Marcus Hußmann) analysiert die Facetten des Jugendarrests im Spannungsfeld von Erziehung und Strafe aus den Bereichen Jugendstrafrecht, Jugendsozialarbeit, Pädagogik, Kritischer Sozialer Arbeit und der Kriminologie. Zudem wird diskutiert, ob und wie im gegenwärtig bestehenden Jugendarrest das Recht der einsitzenden Jugendlichen auf angemessene Behandlung, pädagogische Begleitung und Entwicklung umgesetzt werden können.


Das Lehrbuch „Soziale Arbeit mit Straffälligen“ (Gabriele Kawamura-Reindl und Sabine Schneider) stellt zentrale Praxisfelder der Straffälligenhilfe vor und gibt einen Überblick zu Kriminalitätstheorien, Strafjustiz, Hilfesystemen und Lebenslagen von straffällig Gewordenen. Es führt praxisgerecht in die Grundlagen, Arbeitsbereiche, Aufgaben und methodischen Ansätze der Arbeit mit Straffälligen und ihren Angehörigen ein. Eine 386-seitige Einführung für Studierende und Berufsanfängerinnen und -anfänger.

 

Ebenfalls lesenswert sind zwei Bücher von ehemals inhaftierten Frauen in Deutschland und den USA

Sabina Bomeier begann sich während ihrer Haft für das Schreiben zu interessieren. Nach der Entlassung absolvierte sie eine Ausbildung zur Redakteurin.  Ihr Buch „Momente im Frauenknast. Einblicke in eine verborgene Welt“ basiert vorwiegend auf den Tagebuchaufzeichnungen ihrer Haftzeit und gibt den Leserinnen und Lesern Einblicke in eine weitestgehend unbekannte Lebenswelt mitten in Deutschland.

Einen authentischen Blick in den US-amerikanischen Haftalltag ermöglicht das Buch „Orange is the new black. Mein Jahr im Frauenknast“. Als eine Jugendsünde die Autorin Piper Kerman einholte, war sie gezwungen ihr bis dahin unbeschwertes Leben gegen die orangefarbene Häftlingskleidung eines Frauengefängnisses einzutauschen.