Tagung des Mutter-Kind-Vollzugs in Chemnitz: Es sind noch Plätze frei

Die diesjährige bundesweite Tagung des Mutter-Kind-Vollzugs in Deutschland wurde von der JVA für Frauen in Chemnitz ausgerichtet. Vom 29.09. bis 01.10.2026 gab es fachliche Impulse und einen offenen sowie engagierten Austausch. Christina Müller-Ehlers von der BAG-S hat daran teilgenommen.

In den Diskussionen wurde deutlich, wie komplex und zugleich bedeutsam dieses Themenfeld ist. Der Mutter-Kind-Vollzug bewegt sich im Spannungsfeld von Strafvollzug, Jugendhilfe, Familienrecht und Kinderschutz. Gerade deshalb ist eine verbindliche Zusammenarbeit aller Beteiligten unerlässlich. Entscheidend muss stets sein, Belastungen und mögliche Prisonisierungsschäden für Kinder so weit wie möglich zu verhindern, denn Kinder gehören nicht in den Strafvollzug.

Besonders spannend war es zu sehen, welche Veränderungen sich seit der Veröffentlichung der bundesweiten Ergebnisse zum Mutter-Kind-Vollzug im Jahr 2024 (BAG-S) ergeben haben.

Zugleich zeigte die Tagung: Trotz bestehender Angebote sind bundesweit viele Plätze im Mutter-Kind-Vollzug unbesetzt. Die Gründe dafür sind vielfältig und müssen differenziert betrachtet werden.

Besonders beeindruckend war die Besichtigung des Kaßberg-Gefängnisses mit einer Zeitzeugin. Ihre persönlichen Schilderungen haben auf eindringliche Weise daran erinnert, dass die Menschenwürde im Strafvollzug nicht verhandelbar ist.

Vielen Dank an die JVA für Frauen Chemnitz für die Ausrichtung der Tagung. Im nächsten Jahr findet die Tagung in Vechta statt.