Weihnachtspakete hinter Gitter schicken
Eine kleine Weihnachtsüberraschung von den Liebsten, ein Zeichen der Verbundenheit? Für einen Menschen in Haft gibt es das nicht. Aus Sicherheitsgründen. Oder: Weil jemand jenseits der Gitter gar keinen nahestehenden Menschen mehr hat. Für ihn ist die Einsamkeit zu Weihnachten besonders schwer zu ertragen. Wozu sich auf den steinigen Weg der Resozialisierung machen, wenn man sowieso außen vor bleibt?
Aber die Weihnachtsgeschichte erzählt davon, dass Gott sich gerade den Ausgegrenzten zuwendet. Daran knüpft die Paketaktion der christlichen Straffälligenhilfe Schwarzes Kreuz an. Das Schwarze Kreuz möchte Weihnachten direkt in die einzelnen Hafträume bringen. Es sucht Menschen, die ein Weihnachtspaket hinter Gitter schicken. Bestimmte Lebensmittel wie Kaffee und Gebäck dürfen hinein. Mitarbeitende vor Ort wählen die Empfänger aus.
Für die Gefangenen bedeutet das weit mehr als ein paar leckere Süßigkeiten. Es zeigt ihnen: Da denkt jemand an mich. Viele Inhaftierte sind überrascht, dass ein fremder Mensch ihnen ohne Gegenleistung etwas Gutes tun möchte. Diese Erfahrung kann Hoffnung und neuen Schwung geben auf dem Weg in ein besseres Leben. „Ich möchte mich aus tiefstem Herzen dafür bedanken, dass ich mit Aufmerksamkeit von mir völlig unbekannten Menschen bedacht worden bin“, schrieb im letzten Jahr ein Inhaftierter aus Herne. „Es hat mich zutiefst berührt, diese Geste der Mitmenschlichkeit zu erfahren.“
Seit 1953 schicken Paketspender des Schwarzen Kreuzes Weihnachtspakete hinter Gitter; 2025 waren es 1.750 Stück und 33 Justizvollzugsanstalten. Wer mitpacken möchte, wird gebeten, sich bis zum 29. November beim Schwarzen Kreuz anzumelden. Er bekommt eine Adresse und eine Packanleitung. Die Kosten für den Inhalt betragen etwa 30-35 Euro.
Das Schwarze Kreuz Christliche Straffälligenhilfe e.V. begleitet seit 1925 bundesweit Menschen in Haft und ihre Angehörigen, unter anderem über Briefkontakte Ehrenamtlicher. Ziel ist es, die Resozialisierung zu fördern und dadurch neue Straftaten und neue Opfer zu verhindern. Die Geschäftsstelle in Celle begleitet und berät die rund 650 Ehrenamtlichen und Mitglieder. Das Schwarze Kreuz ist Mitglied in den Diakonischen Werken Niedersachsen und Sachsen. Finanziert wird die Arbeit vor allem über Spenden.
Weitere Informationen: Schwarzes Kreuz, Jägerstraße 25 a, 29221 Celle, Tel. 05141 94616-0, www.naechstenliebe-befreit.de/paketaktion.


