Pilotstudie DRUCK-Haft in der JVA Bremen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat im Rahmen der Pilotstudie „DRUCK-Haft“ das Vorkommen von HIV sowie Hepatitis B und C und die Versorgungssituation bei inhaftierten Menschen mit Drogenkonsum untersucht. Die Studie wurde im Sommer 2025 in der Justizvollzugsanstalt Bremen durchgeführt und prüfte zugleich die Machbarkeit und Akzeptanz entsprechender Erhebungen im Haftkontext.

Die Ergebnisse zeigen eine hohe gesundheitliche und soziale Belastung der Befragten: Viele haben intravenös konsumiert, lange Haftbiografien und sind überdurchschnittlich häufig von Wohnungslosigkeit oder fehlender Krankenversicherung betroffen. Die Prävalenzen von Infektionen sind hoch (u. a. 19% aktive Hepatitis C), während Testung und Behandlung in Haft vergleichsweise selten erfolgen. Zugleich berichten viele Inhaftierte, dass notwendige medizinische Untersuchungen oder Behandlungen aktuell nicht stattfinden.

Angebote wie Substitution, Infektionsprophylaxe und Beratung bestehen zwar, erreichen jedoch nicht alle Betroffenen. Auch das befragte Personal verweist auf strukturelle Herausforderungen, insbesondere in der psychiatrischen Versorgung, sowie auf Personalmangel, Wartezeiten und Informationsdefizite.

Daraus wird der Bedarf abgeleitet Zugangshürden abzubauen, Übergangsmanagement und Schnittstellen zur Regelversorgung zu stärken und Personal sowie inhaftierte Personen besser zu Prävention, Infektionsschutz und Umgang mit Drogenkonsum in Haft zu schulen.

Alle weiteren Informationen können hier nachgelesen werden:

http://www.rki.de/haft